All-Inclusive auf See: Welche Reederei bietet wirklich alles?

Luxuskreuzfahrtschiff auf dem Meer – All-Inclusive Vergleich verschiedener Reedereien

"All-Inclusive" – kaum ein Begriff wird in der Kreuzfahrt-Welt so unterschiedlich interpretiert. Bei der einen Reederei bedeutet er Wasser und Basisbuffet, bei der anderen Champagner, Butler und Landausflüge. Wenn du eine Luxuskreuzfahrt oder eine entspannte Meerzeit-Reise planst, ist die Frage nach den Inklusivleistungen eine der wichtigsten überhaupt – denn sie entscheidet, was du am Ende wirklich bezahlst.

Ich habe in den letzten 15 Jahren hunderte Kreuzfahrten begleitet und die All-Inclusive-Konzepte aller großen Reedereien selbst erlebt. In diesem Artikel zeige ich dir ehrlich und transparent, was bei welcher Reederei inklusive ist, wo versteckte Kosten laürn und welches Konzept sich für welchen Reisetyp wirklich lohnt. Am Ende findest du eine große Vergleichstabelle zum schnellen Nachschlagen.

AIDA – Premium All-Inclusive

AIDA nennt sein Konzept "Premium All-Inclusive" und erweckt damit den Eindruck, dass fast alles enthalten sei. In der Realität ist das Angebot solide, aber mit klaren Grenzen. Inklusive sind Vollpension in den Buffet- und Hauptrestaurants, Wasser und Säfte am Buffet, ausgewählte Biere und Weine zu den Mahlzeiten sowie Softdrinks, Kaffee und Tee rund um die Uhr. Seit einigen Jahren ist auch das Trinkgeld im Reisepreis enthalten – ein Pluspunkt, der die Kalkulation deutlich erleichtert.

Was nicht inklusive ist: Die Spezialitätenrestaurants kosten Aufpreis (ab ca. 15-35 Euro pro Person), Premium-Spirituosen und hochwertige Cocktails werden einzeln berechnet, WLAN gibt es nur als kostenpflichtiges Paket, und Spa-Behandlungen sowie Landausflüge kommen selbstverständlich obendrauf. Auch die Minibar in der Kabine ist nicht befüllt.

Meine Einschätzung: Das AIDA Premium All-Inclusive ist ein gutes Basispaket für alle, die nicht jeden Drink einzeln abrechnen möchten. Für Vieltrinker mit Cocktail-Vorliebe reicht es allerdings oft nicht, und wer gerne in Spezialitätenrestaurants isst, sollte die Extrakosten einplanen. Für eine entspannte Meerzeit ohne Überraschungen auf der Bordrechnung ist es dennoch ein fairer Deal.

Mein Schiff – Premium Alles Inklusive

Mein Schiff setzt mit "Premium Alles Inklusive" bewusst einen Akzent. Und tatsächlich: Das Inklusivpaket von TUI Cruises geht spürbar weiter als bei den meisten Wettbewerbern im gleichen Segment. Inklusive sind Marken-Bier, Wein, Sekt, Cocktails und Longdrinks (auf der Getränkekarte markiert), Softdrinks, Safte, Wasser, Kaffee und Tee – und das den ganzen Tag, nicht nur zu den Mahlzeiten. Dazu kommen Fitness, Sauna-Landschaft, Sport- und Unterhaltungsprogramm sowie das Trinkgeld.

Was nicht inklusive ist: Einige wenige Spezialitätenrestaurants erheben einen Aufpreis (das Surf & Turf etwa), Premium-Spirituosen und Weine über der Inklusivgrenze kosten extra, Spa-Behandlungen und Massagen werden einzeln berechnet, und WLAN ist kostenpflichtig (Pakete ab ca. 5 Euro pro Tag). Landausflüge sind ebenfalls nicht enthalten.

Meine Einschätzung: Mein Schiff bietet im Meerzeit-Segment das umfangreichste Inklusivpaket. Der Unterschied zu AIDA ist vor allem bei den Getränken spürbar – Cocktails und Longdrinks den ganzen Tag inklusive, das macht auf einer Wochenreise einen realen Unterschied von mehreren hundert Euro. Wer abends gerne einen Gin Tonic an der Bar genießt, ohne nachzurechnen, ist hier richtig. Mehr dazu im direkten Vergleich Mein Schiff vs. AIDA.

Der ehrlichste Test für All-Inclusive: Setzt du dich abends an die Bar und bestellst, worauf du Lust hast – oder rechnest du im Kopf mit?

Ben Schneider, Inhaber Auszeit

MSC – Was man dazubuchen muss

MSC Cruises verfolgt ein Stufenmodell: Der Basispreis enthält vergleichsweise wenig – Vollpension im Buffet und Hauptrestaurant, Wasser zu den Mahlzeiten und das Unterhaltungsprogramm. Getränke, WLAN und alles Weitere sind Extras. Um ein All-Inclusive-Gefühl zu bekommen, musst du bei MSC eines der höheren Pakete dazubuchen.

Die wichtigsten Stufen im Überblick:

Meine Einschätzung: Wer bei MSC den reinen Basispreis bucht, wird überrascht sein, wie viel zusätzlich auf die Bordrechnung kommt. Das Aurea-Paket ist ein vernünftiger Kompromiss, der Yacht Club ein echtes Erlebnis – aber dann bewegst du dich preislich bereits im Segment der Luxuskreuzfahrten. MSC ist keine klassische All-Inclusive-Reederei, sondern ein Baukastensystem.

Silversea – True All-Inclusive

Silversea gehört zu den Reedereien, bei denen "All-Inclusive" tatsächlich bedeutet, was es sagt. Inklusive sind sämtliche Getränke an Bord – Champagner, Premium-Spirituosen, erlesene Weine, Cocktails, Softdrinks, alles ohne Limit und ohne Aufpreis. Alle Restaurants sind inklusive, es gibt keine Extragebühr für Spezialitätenrestaurants. Trinkgelder sind im Reisepreis enthalten. Der Butler-Service (ab der Veranda-Suite aufwärts) ist ebenfalls inklusive. Die Minibar in der Suite wird täglich kostenfrei nachgefüllt.

Seit 2024 bietet Silversea zusätzlich ein Ausflüge-Guthaben (Shore Excursion Credit) pro Reisetag an, mit dem du aus einem umfangreichen Ausflugsprogramm wählen kannst. WLAN ist in allen Kategorien inklusive – und zwar unbegrenztes WLAN, nicht nur ein Basis-Paket.

Was nicht inklusive ist: Spa-Behandlungen und Massagen, bestimmte Premium-Ausflüge, die über das Guthaben hinausgehen, sowie die Wäscherei (auf einigen Schiffen als Self-Service kostenfrei verfügbar).

Meine Einschätzung: Silversea kommt einem echten All-Inclusive-Erlebnis sehr nahe. Du kannst an Bord gehen, die Brieftasche in den Safe legen und musst sie bis zur Abreise nicht mehr anfassen. Das Ausflüge-Guthaben ist ein cleverer Schritt, der den Mehrwert nochmals steigert. Für alle, die auf See wirklich abschalten möchten, ist Silversea eine hervorragende Wahl.

Regent Seven Seas – The Most Inclusive

Regent Seven Seas Cruises trägt den Claim "The Most Inclusive Luxury Experience" – und löst ihn konseqünt ein. Alles, was Silversea bietet, ist auch bei Regent inklusive: sämtliche Getränke (Champagner, Premium-Spirituosen, Weine), alle Restaurants ohne Aufpreis, Trinkgelder, unbegrenztes WLAN und täglich befüllte Minibar.

Doch Regent geht noch weiter: Landausflüge sind inklusive – und zwar nicht nur ein Guthaben, sondern ein umfangreiches Programm an "Included Shore Excursions" in jedem Hafen. Dazu kommen in vielen Tarifen die Flüge zum Einschiffungshafen und zurück, Transfers zwischen Flughafen und Schiff sowie ein Vorhotel bei Bedarf. Auf der Seven Seas Grandeur und der neuen Seven Seas Prestige ist sogar eine unbegrenzte Wäscherei inklusive.

Was nicht inklusive ist: Spa-Behandlungen, besonders exklusive Ausflüge (Premium Collection), Spezial-Weinverkostungen und Onboard-Shopping.

Meine Einschätzung: Regent setzt den Maßstab. Wenn du wirklich alles inklusive haben möchtest und dich an Bord um nichts kümmern willst, ist Regent die konseqünteste Wahl. Die inkludierten Landausflüge allein sind bei einer 14-tägigen Reise schnell 1.000 bis 2.000 Euro wert. Der Reisepreis wirkt auf den ersten Blick hoch, doch wenn du die enthaltenen Leistungen gegenrechnest, relativiert sich das deutlich. Mehr dazu in unserem Überblick der besten Luxuskreuzfahrtschiffe.

Bei Regent zahlst du einmal – und dann ist wirklich alles drin. Das ist die ehrlichste Form von Luxus auf See.

Ben Schneider, Inhaber Auszeit

Explora Journeys – Ocean All-Inclusive

Explora Journeys ist der jüngste Mitspieler im Luxussegment – und startet direkt mit einem umfassenden All-Inclusive-Konzept. Der "Ocean All-Inclusive"-Tarif umfasst alle Getränke an Bord (Champagner, Premium-Weine, Cocktails, Spirituosen), sämtliche Restaurants ohne Aufpreis, unbegrenztes WLAN, Fitness und Wellnessbereich-Zugang, täglich aufgefüllte Minibar und Trinkgelder.

Dazu kommen je nach Tarif ein Ausflüge-Guthaben pro Reisetag sowie Zugang zu exklusiven Erlebnissen an Land. Die Flotte ist brandneu (Explora I fuhr 2023 erstmals, Explora II folgte 2024), was sich in modernstem Design und Technik widerspiegelt.

Was nicht inklusive ist: Spa-Behandlungen im Ocean Wellness, Premium-Ausflüge über das Guthaben hinaus und Boutique-Einkäufe an Bord.

Meine Einschätzung: Explora Journeys positioniert sich bewusst zwischen den etablierten Luxusreedereien und bietet ein modernes, lässigeres Luxuserlebnis mit sehr grosszügigem Inklusivpaket. Die Schiffe sind eleganter und jünger im Auftritt als die Klassiker – ideal für alle, die Luxus ohne steife Etikette suchen.

Ponant – Französische Eleganz inklusive

Ponant bringt französische Lebensart auf See – und das spiegelt sich auch im Inklusivkonzept wider. Inklusive sind eine offene Bar den ganzen Tag (Wein, Champagner, Spirituosen, Cocktails), alle Mahlzeiten in allen Restaurants, Unterhaltungsprogramm und Zodiac-Ausflüge auf den Expeditionsschiffen. Auf den Expeditionsrouten kommt die Expeditionsausrüstung (Parka, Gummistiefel) hinzu, und alle Zodiac-Landungen sind Teil des Programms.

Was nicht inklusive ist: Landausflüge in klassischen Häfen (diese werden separat angeboten), WLAN (auf neüren Schiffen teils inklusive, auf älteren kostenpflichtig), Spa-Behandlungen und Trinkgelder (diese werden empfohlen, sind aber nicht verpflichtend).

Meine Einschätzung: Ponant überzeugt vor allem durch die Qualität der Küche und die offene Bar. Wer französische Weine und Cuisine auf höchstem Niveau schätzt, bekommt hier ein aussergewöhnliches Erlebnis. Auf Expeditionsrouten ist das Inklusivpaket besonders stark, weil die kostspieligen Zodiac-Landungen und die Ausrüstung bereits enthalten sind.

Hapag-Lloyd – Expeditions-Inklusivleistung

Hapag-Lloyd Cruises setzt mit den HANSEATIC-Expeditionsschiffen (HANSEATIC nature, HANSEATIC inspiration, HANSEATIC spirit) Maßstäbe im deutschsprachigen Expeditionsmarkt. Das Inklusivkonzept ist durchdacht und umfangreich: Alle Getränke sind inklusive – Wein, Bier, Spirituosen, Softdrinks, Kaffeespezialitäten, rund um die Uhr. Alle Mahlzeiten in allen Restaurants, inklusive des Spezialitätenrestaurants, sind ohne Aufpreis. Zodiac-Anlandungen, Expeditionsausrüstung (Parka), wissenschaftliche Vorträge und Naturerlebnisse gehören selbstverständlich zum Programm.

Die HANSEATIC-Schiffe sind vom Berlitz Cruise Guide mit 5 Sternen bewertet – die höchste Auszeichnung für Expeditionsschiffe weltweit.

Was nicht inklusive ist: WLAN (kostenpflichtig, Satelliten-bedingt teils eingeschränkt in polaren Regionen), Spa-Behandlungen, Wäscherei und Landausflüge in klassischen Häfen (Expeditionslandungen per Zodiac sind inklusive).

Meine Einschätzung: Hapag-Lloyd liefert im Expeditionsbereich ein hervorragendes Gesamtpaket. Die Kombination aus 5-Sterne-Service, durchgehendem All-Inclusive bei Essen und Trinken und dem Expeditionserlebnis macht die HANSEATIC-Schiffe zu einer Referenz. Wer eine Expedition mit deutschsprachiger Führung und höchstem Qualitätsanspruch sucht, findet hier das stimmigste Angebot.

Die große All-Inclusive-Vergleichstabelle

Hier siehst du auf einen Blick, was bei welcher Reederei inklusive ist. Ein Haken bedeutet "vollständig inklusive", ein Strich "nicht inklusive", und Einschränkungen sind einzeln vermerkt.

Reederei Getränke Restaurants Trinkgeld WLAN Ausflüge Minibar Wäscherei
AIDA Basis-Auswahl Buffet + Haupt
Mein Schiff Marken inkl. Cocktails Fast alle inkl.
MSC (Aurea) Paket inkl. Haupt + Buffet
MSC Yacht Club ✓ Premium ✓ + exklusiv
Silversea ✓ Premium ✓ alle Guthaben teils
Regent ✓ Premium ✓ alle
Explora Journeys ✓ Premium ✓ alle Guthaben
Ponant ✓ Open Bar ✓ alle empfohlen teils Zodiac inkl.
Hapag-Lloyd ✓ alle ✓ alle Zodiac inkl.

Lesehinweis: "Guthaben" bedeutet, dass du ein tagesbezogenes Ausflüge-Kontingent erhältst. "Zodiac inkl." heißt, dass alle Expeditionslandungen per Schlauchboot im Preis enthalten sind – klassische Hafenausflüge aber nicht. "teils" bedeutet, dass die Leistung auf einigen Schiffen der Flotte inklusive ist, auf anderen nicht.

Wo verstecken sich die Zusatzkosten?

Selbst bei den grosszügigsten All-Inclusive-Konzepten gibt es Posten, die extra kosten. Damit du nicht überrascht wirst, hier die häufigsten Zusatzkosten – auch auf Luxusschiffen:

Fazit: All-Inclusive spart Geld – und vor allem Nerven

Der ehrliche Befund nach 15 Jahren im Kreuzfahrtgeschäft: "All-Inclusive" ist kein geschützter Begriff, und die Unterschiede zwischen den Reedereien sind enorm. Während AIDA und Mein Schiff ein gutes Basispaket bieten, das den Einstieg erleichtert, spielen Silversea, Regent und Explora Journeys in einer anderen Liga. Bei MSC kommt es stark darauf an, welches Paket du buchst.

Mein wichtigster Rat: Vergleiche nie nur den Katalogpreis. Addiere immer die Extras, die du an Bord sicher nutzen wirst – Getränke, WLAN, Trinkgeld, Ausflüge. Erst die Gesamtrechnung zeigt, welche Reederei für dich wirklich das beste Angebot hat. Oft ist das vermeintlich teurere Schiff am Ende das ehrlichere – weil der Preis enthält, was er verspricht.

Und jenseits der reinen Zahlen gibt es noch einen Faktor, der unbezahlbar ist: das Gefühl, sich um nichts kümmern zu müssen. Keine Bordrechnung, die am letzten Tag den Urlaub trüben kann. Kein Nachrechnen bei jedem Cocktail. Kein schlechtes Gewissen beim dritten Cappuccino. Echtes All-Inclusive bedeutet, dass du dich auf das konzentrieren kannst, wofür du an Bord gegangen bist – auf deine Auszeit.

Du bist unsicher, welches All-Inclusive-Konzept zu dir passt? Unsere Travel Designer rechnen das gerne mit dir durch – ehrlich, transparent und ohne Verkaufsdruck. So, wie wir das in unserem Reise-Atelier seit 2010 machen.

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Unsere Travel Designer rechnen für dich durch, welches Paket sich wirklich lohnt.

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