Antarktis-Tagebuch · Hanseatic Inspiration · Falklands → Südgeorgien → Antarktis
„Was soll jetzt noch kommen?“ – und dann kommt die Antarktis.
Erst ein Seetag voller Briefings, dann Pinguinkolonien, Königspinguine in Südgeorgien – und schließlich antarktisches Festland, Orcas und Buckelwale im Minutentakt. Eine Expedition, die jeden Tag noch ein Kapitel „unwirklich schön“ dazulegt.
Seetag & Vorbereitung: Expedition beginnt im Detail
Der erste Seetag war kein „Seetag“ im klassischen Sinn – eher ein intensiver Startschuss. Gummistiefel- und Parka-Ausgabe, Regeln und Routinen, die zeigen: Hier geht es nicht um „irgendwohin“, sondern um eines der sensibelsten Naturgebiete der Welt.
Besonders eindrucksvoll: Nach jedem Landgang wird Ausrüstung gereinigt und kontrolliert. Behörden prüfen, dass keine Samen, Insekten oder mineralischen Rückstände an Kleidung oder Taschen haften – damit nichts eingeschleppt oder verschleppt wird.
„Viel zu tun – keine Zeit für Langeweile. Und gleichzeitig diese Vorfreude auf den ersten Landgang.“
Aus dem Bordtagebuch
Falklandinseln: Kükenzeit, Inselpfade und ein Strand wie aus dem Bilderbuch
New Island – Kolonien & Küken
Der erste Landgang führte nach New Island: Felsenpinguin- und Schwarzbrauen-Albatros-Kolonien – beide mit Küken. Dazu Gänse, Kaninchen und Blaualgen-Kormorane. Und dann dieses kleine Bonus-Highlight: ein einzelner Goldschopf-Pinguin.
Sonne, etwas Wind, deutlich über 10 Grad – und dieses „Wow“ schon beim ersten Schritt an Land.
Carcass – 4 km Staunen
Auf Carcass ging’s zu Fuß über die Insel: Esels- und Magellan-Pinguine an den Stränden, Magellan-Gänse-Familien, vorher neugierige Seelöwen auf See. Die erste Seiwal-Sichtung leider knapp verpasst – dafür zwei Delfine in einer Bucht und zum Abschluss Gebäck von einer einheimischen Familie.
Falklandkarakaras inklusive – sehr interessiert am Gebäck.
Stanley & Gypsy Cove – Beine vertreten
In Stanley: Seelöwen an der Pier, dann 10 km Wanderung zur Gypsy Cove. Unterwegs Magellanpinguine, Dampfschiffenten und ein größeres Schiffswrack – am Ende ein feiner Sandstrand, der fast nach Badehose rief.
Perfektes Timing vor den nächsten Seetagen – Sonne inklusive.
Shag Rocks: Erste Wale, steigende Eisberg-Dichte – und dieses „unwirklich schön“
In der Nähe der Shag Rocks – auf einem Meeresplateau, wo das Wasser nur rund 200 Meter tief ist – tauchten sie auf: Buckelwale. Ein Jungtier mit seiner Mutter. Das Schiff stoppte, wir beobachteten in Ruhe, und Blas sowie Rückenflossen waren selbst ohne Fernglas gut zu erkennen.
Kurz darauf passierten wir die Shag Rocks selbst: bis zu 75 Meter ragen sie aus dem Meer, Rastplatz für zahlreiche Vögel. Die Sonne strahlte, die Eisberg-Dichte nahm zu – der erste Eisberg am Morgen noch im Nebel.
„Tee, frische Waffel, weihnachtliche Piano-Musik – und wir fahren an Eisbergen vorbei. Unwirklich schön.“
Aus dem Bordtagebuch
Südgeorgien: Königspinguine, Robbenbabys und Geschichte im Blick
Südgeorgien fühlte sich an wie ein „Best-of“ aus Leben, Landschaft und Gänsehautmomenten: Königspinguine am Vormittag – und die Frage, was niedlicher ist: watschelnde Pinguine oder Pelzrobben mit Babys. Egal wohin der Blick fiel: es war ein Foto wert – und noch mehr ein Gefühl wert.
Olav Harbor – Zodiac-Rundfahrt
Am Nachmittag ging’s per Zodiac in Olav Harbor vorbei an einer ehemaligen Walfangstation, einem Schiffswrack und vielen Robben – dazu ein paar Pinguine an Land. Und das bei strahlendem Sonnenschein: hier alles andere als selbstverständlich.
Gold Harbor & Cooper Bay – Hausrecht der Seeelefanten
Am letzten Tag standen Gold Harbor und Cooper Bay auf dem Plan. In Gold Harbor wurde die Anlandestelle verlegt, weil Seeelefanten sehr klar signalisierten, dass heute kein Besuch erwünscht ist. Direkt vorm Fenster: ein Wasserfall, gespeist von einem Gletscher.
Und ja: lokaler Gin Tonic – mit Gletschereis. Fein.
Und dann diese Perspektive, die nachhallt: Bei einer Fjordfahrt sahen wir Gletscher ins Meer fließen. Vor etwa 40 Jahren waren sie dort noch verbunden – heute ziehen sie sich im Schnitt rund 80 Meter pro Jahr zurück.
Offiziell Antarktis: Finnwale am Bug & Adélie-Pinguine mit „Charakter“
Seit Süd-Orkney waren wir offiziell in der Antarktis. Auf dem Weg Richtung Südliche Shetlandinseln stand eine Zodiac-Cruise entlang Elephant Island an – und am Vortag eines dieser Erlebnisse, die man nicht plant: 10–15 Finn- und Buckelwale ganz nah am Schiff.
Ein Finnwal schwamm so dicht am Bug vorbei, dass wir den Blas hören konnten – und die Größe war plötzlich nicht mehr „Zahl“, sondern einfach: überwältigend. An Land warteten Adélie-Pinguine: optisch zum Verlieben, olfaktorisch… sagen wir: sehr präsent. Sie machen das aber mit Charme und Aussehen sofort wieder wett.
Brown Bluff & Yankee Harbour: Erstes Festland, Plunge und Buckelwale ohne Ende
Brown Bluff: Füße auf antarktisches Festland. Wo normalerweise Wind peitscht, wurden wir von Sonnenschein begrüßt – Winterpanorama mit Pinguinen inklusive. In der Nacht manövrierten wir durch Eisschollen und staunten, wie flink Pinguine von Scholle zu Scholle springen.
Und ja: Es gab den „Antarctic Plunge“. Ben hat’s gewagt – nach einem Mittagessen draußen. Respekt.
In Yankee Harbour lagen wir vor Anker – und beobachteten den ganzen Nachmittag ununterbrochen Buckelwale in der Bucht. Vermutlich schlafend, kaum Bewegung – und doch dieses Gefühl: Wir sind mitten drin. Der Kapitän sagte, er habe dort noch nie so viele Wale auf einmal gesehen.
„Jeden Tag: ‘Was soll jetzt noch kommen?’ – und dann belehrt uns der nächste Tag eines Besseren.“
Aus dem Bordtagebuch
Deception Island: Mit dem Schiff in einen Vulkankrater
Deception Island (Südshetland-Inseln) ist ein aktiver Vulkan. Der Krater ist mit Wasser gefüllt, geothermales Wasser inklusive. Und dann diese schmale Ein- und Ausfahrt – eine Navigations-Challenge für Kapitän*innen, auch wegen Untiefen.
Nach der Wanderung: Mittagessen auf dem Pooldeck – und der Rest des Nachmittags frei. Expedition kann auch wunderbar entschleunigen.
Finale: Schneespaziergänge, Orcas bei der Jagd – und ein Abschluss, der keiner sein will
Gestern und heute früh: drei Schneespaziergänge in traumhaften Gletscherlandschaften bei sonnigem Kaiserwetter. Zwischen den Anlandungen: Winterwonderland in den Passagen – als würde die Welt extra die Lautstärke runterdrehen.
Zur Mittagszeit tauchten Orcas auf – tobten um unser Schiff, unglaublich wendig und schnell. Wir hatten großes Glück, sie überhaupt zu sehen – und dann auch noch bei der Jagd.
Abends am Heckfenster: alle paar Minuten Buckelwale, Rücken und Fluke. Heute: letzter Expeditionstag mit einer Zodiac-Rundfahrt, nachdem wir am Morgen noch einmal antarktisches Festland betreten haben. Danach folgen zwei Seetage durch die Drake-Passage – und die Wetterprognose ist erfreulich gut.
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